FAQ-Batteriepflege

Leitfaden Optimale Batteriepflege für Ihr Fahrzeug

Hiermit möchten wir den Benutzern von Fritec Ladegeräten eine kleine technische Hilfestellung geben. Die Fragen sind aus der täglichen Praxis entnommen. Haben Sie auch eine Frage? Senden Sie uns diese zu, wir werden Sie umgehend beantworten.

1. Warum soll ich ein Ladegerät verwenden?
Mein Motorrad/Auto startet bisher immer zuverlässig

Die Fahrzeugbatterie ist so ausgelegt, dass ein Start auch bei einer gering geladenen Batterie noch möglich ist. Den Ladezustand der Batterie erkennen Sie aber nicht von außen und auch nicht durch die üblichen Anzeigen im Fahrzeug-Cockpit. Zum Ausfall der Batterie kommt es meistens dann, wenn man das Fahrzeug am dringendsten benötigt. Sie haben einen wichtigen Termin oder müssen zur Arbeit, das Fahrzeug startet plötzlich nicht mehr. Diesem Fall können Sie entgegenwirken indem Sie ihre Batterie regelmäßig laden. Moderne Ladegeräte haben auch eine Erkennung für altersschwache oder am Lebensende befindliche Batterien und zeigen eine „sterbende“ Batterie rechtzeitig an. Durch die regelmäßige Ladung verlängern Sie die Lebensdauer der Batterie. Dieser Zustand ist häufig bei Zweirädern zu beobachten. Oftmals hält eine Batterie eine Fahrsaison lange und muss dann ausgetauscht werden. Durch richtiges Behandeln der Batterie kann die Lebensdauer erheblich verlängert werden, vom Umweltaspekt her, ganz zu schweigen. Die wichtigsten Komponenten einer Batterie, Blei und Schwefelsäure sind Giftstoffe und belasten die Umwelt. Auch die Energiemenge welche zur Herstellung einer neuen Batterie benötigt wird ist zu berücksichtigen. Durch die Verlängerung der Lebensdauer einer Batterie tragen Sie zum Umweltschutz bei. Sie als Endverbraucher sind gesetzlich zur Rückgabe aller gebrauchten Batterien und Akkus verpflichtet (Batterieverordnung) - eine Entsorgung über den Hausmüll ist untersagt!

 

2. Wieso verlängere ich die Lebensdauer der Batterie durch regelmäßiges Laden?

Bleibatterien sind elektrochemische Speicher. Diese sind wie jedes technische System gewissen Gesetzmäßigkeiten unterworfen: Jede Batterie unterliegt der Selbstentladung. Die Selbstentladung ist temperatur- und systemabhängig und beträgt ca. 0,1 - 1% pro Tag. Über längere Zeit nicht benutzte Fahrzeuge haben folglich eine entladene Batterie. Dieser Vorgang geht sogar bis zur Tiefentladung der Batterie. Tiefentladene Batterien sulfatieren, sind in der Regel kaputt und müssen ausgetauscht werden.

 

3. Welches Ladegerät soll ich verwenden?

Es kommt auf den Einsatzzweck des Geräts an. Moderne mikroprozessorgesteuerte Ladegeräte können den im Fahrzeug verwendeten Batterietyp automatisch erkennen und auch laden. Solche Geräte können sowohl zum Laden der Motorradbatterien, als auch von Autobatterien verwendet werden. Wählen Sie das Ladegerät abhängig von der Batteriegröße, z.B. die Ladeprofi-Kompakt Geräte für Motorrad, Roller und Zweiradfahrzeuge. Die Ladeprofi Vario Geräte für Motorrad, Roller, Zweiradfahrzeuge, PKW, Boot, Oldtimer. Die XL / XXL Geräte für PKW, LKW, Boot, Wohnmobile, Trecker und für Anwendungen mit größeren Batterien.

 

4. Ist ein Gerät mit hohem Ladestrom besser als ein Gerät mit geringerem Ladestrom?

Grundsätzlich nicht - hier ist die Größe der zu ladenden Batterie ausschlaggebend. Wenn die Batterie in kurzer Zeit geladen werden soll benötigen Sie ein Gerät mit hohem Ladestrom. Ist ausreichend Zeit vorhanden (12h oder mehr) reicht ein Gerät mit geringerem Ladestrom aus. Faustregel: für Motorräder und Roller reicht ein Gerät mit bis zu 1A Ladestrom völlig aus, für KFZ sollten es mindestens 2,5A bis 4A Ladestrom sein. Bitte auch die Angaben des Batterieherstellers beachten!

 

5. Meine Werkstatt hat mir eine Gel Batterie empfohlen, wie erkenne ich welche Batterie in meinem Fahrzeug verbaut ist?

Grundsätzlich werden in Fahrzeugen 12Volt Bleibatterien als Starterbatterien verbaut. Bei einigen Oldtimern findet man noch eine 6V Batterie, diese sind jedoch recht selten. Aus Sicherheitsgründen werden heutzutage hauptsächlich Gel Batterien verbaut. Diese sind wartungsfrei, auslaufsicher im Falle eines Unfalls und haben noch andere Vorteile. Gel Batterien haben keine Schraubverschlüsse/Nachfüllöffnungen zum Nachfüllen von destilliertem Wasser und sind komplett verschlossen.

 

6. Brauche ich für Gel Batterien ein spezielles Ladegerät?

Ja, denn Gel Batterien sind empfindlich gegen Überladung, sie können durch Überladung geschädigt werden. Ein gutes Ladegerät für Gel Batterien sollte eine IU0U Kennlinie und eine Abschaltfunktion bei voller Batterie haben. Diese Batterien sind bis auf ein Sicherheitsventil dicht verschlossen. Nur beim unkontrollierten Überladen kann Gas verloren gehen. Durch übermäßige Gasproduktion steigt dann der Innendruck der Batterie, es öffnet sich ein Sicherheitsventil und überschüssiges Gas tritt aus. Dies passiert durch einen defekten Lichtmaschinenregler oder durch die Verwendung eines falschen Ladegerätes.

 

7. Kann ich mein Ladegerät dauernd an der Batterie angeschlossen lassen, oder schädige ich dadurch meine Batterie?

Fritec Ladegeräte, z.B. alle Geräte aus der Ladeprofi Serie, können dauernd an der Batterie angeschlossen bleiben. Sie sollten sogar, sofern das möglich ist, angeschlossen bleiben. Dadurch wird die Batterie gepflegt, sogenannte Fahrsimulationszyklen werden durchgeführt und die Batterie wird vor Entladung und dem Sulfatieren geschützt. Die Batterie wird „in Bewegung“ gehalten.

 

8. Steigt meine Stromrechnung wenn ich das Ladegerät die ganze Zeit am Netz angeschlossen lasse?

Fritec Ladegeräte sind stromsparend konzipiert. Der Verbrauch der Geräte ist vom Ladezustand der Batterie abhängig. Ist die Batterie einmal vollgeladen, ist der Stromverbrauch der Ladegeräte sehr gering. Als Beispiel verbraucht der Ladeprofi Kompakt BV11800 bei Dauerbetrieb in einem Jahr ca. 15,7kWh, das entspricht bei einem Durchschnittspreis ca. 3,20EUR pro Jahr. Der Ladeprofi Vario ist mit einer Schlaffunktion ausgestattet und ist noch sparsamer. Für die dauerhafte Pflege der Batterie sollten Sie das Gerät nachdem es „voll“ anzeigt weiter angeschlossen lassen. Besonders wichtig bei modernen Fahrzeugen mit viel Bordelektronik und Ruhestromverbrauch. Das Ladegerät übernimmt die gesamte Überwachung und Nachladung der Batterie. Batterien welche abgeklemmt sind und einmal vollgeladen wurden, können auch ohne angeschlossenes Ladegerät einige Monate gelagert werden.

 

9. Muss ich meine Batterie beim Laden abklemmen?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Ist Ihre Batterie in funktionsfä- higem Zustand, müssen Sie sie nicht abklemmen wenn Sie ein Fritec Ladegerät verwenden. Bei einer defekten Batterie (Fahrzeug startet nicht mehr, bzw. der Anlasser dreht den Motor nicht durch) oder bei einer sulfatierten Batterie (kein Lebenszeichen, Bordanzeigen funktionieren nicht mehr) muss diese beim Laden vom Fahrzeug abgeklemmt werden. Das Ladegerät könnte in den Entsulfatierungsmodus umschalten und die Bordelektronik durch die höhere Entsulfatierungsspannung beschädigen.

 

10. Welches Ladegerät benötige ich?

 

Übersicht passender Fritec Ladegeräte

 

 11. Welcher Unterschied besteht zwischen dem Ladeprofi Vario und Ladeprofi Vario 2.0?

 Beide Geräte haben ähnliche Funktionen und ähnliche Ladekennlinien. Beide Geräte wurden 2014 überarbeitet, mit neuem Menü und Ladefunktionen für Lithium-Batterien ausgestattet. Der Ladeprofi Vario mit gelber Frontfolie kann 6Volt und 12Volt Batterien laden und ist mit einem aktiven Batterietest mit sofortiger Auswertung ausgestattet. Es werden Zellenschluss, sulfatierte Batterien und zu geringe Kapazität als Fehler erkannt. Der Ladeprofi Vario 2.0 mit oranger Folie kann ausschließlich 12Volt Batterien laden und der Batterietest wird während des gesamten Ladeablaufs durchgeführt. Defekte Batterien werden erst einem Ladeversuch unterzogen und wenn dieser nicht erfolgreich ist, wird die Batterie als defekt erkannt.

 

12. Kann ich den Ladeprofi Kompakt auch für meinen PKW benutzen?

Der Ladeprofi kompakt wurde als Motorradlade- und Ladeerhaltungsgerät konstruiert. Der Ladestom ist mit 1A für Motorradbatterien und kleinere PKW-Batterien geeignet. Sie können den Ladeprofi Kompakt auch für größere Batterien bis 88Ah verwenden, der Ladevorgang verlängert sich aber erheblich. Als Ladeerhaltungsgerät ist er gut geeignet. Mit dem auf 1A begrenztem Ladestrom kann das Gerät die Selbstentladung der Batterie und die Entladung durch die Bordelektronik verhindern. Dafür muss das Gerät aber dauernd an der Fahrzeugbatterie angeschlossen bleiben. Das hilft vor allem bei wenig bewegten Fahrzeugen (Garagenfahrzeugen, Saisonfahrzeugen). Wenn Sie Ihre Fahrzeugbatterie nur Stundenwiese oder über Nacht aufladen wollen, sollten Sie ein Fritec Gerät mit höherem Ladestrom wählen (z.B. Ladeprofi Vario).

 

13. Was bedeutet eine IU0U-Kennlinie beim Ladegerät?

Moderne Ladegeräte sind Mikroprozessorgesteuert und können dadurch in verschiedene Betriebsarten, sogenannte Kennlinien, versetzt werden. D.h. das Ladegerät kann mit konstantem Strom laden oder mit konstanter Spannung, kann die Ladung abschalten z.B. um Messungen an der Batterie durchzuführen. In der Batterietechnik hat sich bei Bleibatterien die sogenannte IU0U-Kennlinie als das optimale Ladeverfahren durchgesetzt. Anbei werden die einzelnen Ladeschritte anhand dieser symbolhaft dargestellten Kennlinie erklärt:

Ladeschritt 1: Hier wird mit maximalem Strom geladen, bis die Batteriespannung die Ladeschlussspannung erreicht.

Ladeschritt 2: Im Schritt 2 wird die Spannung konstant auf den Wert der Ladeschlussspannung gehalten. Der Ladestrom wird von der Batterie selbst geprägt und fällt mit zunehmender Ladung auf den Abschaltwert.

Ladeschritt 3: Im Schritt 3 ist die Batterie soweit geladen, dass der Ladestrom die Umschaltschwelle unterschritten hat. Es folgt eine zeitgesteuerte Ausgleichsladung mit verringerter Spannung um die einzelnen Zellen auf das gleiche Ladungsniveau zu bringen. Man spricht hier auch vom Ausgleichsladen. Haben einzelne Zellen unterschiedlichen Ladezustand, werden diese nun mit sehr geringen Strom angeglichen.

Ladeschritt 4: In diesem Schritt ist die Batterie komplett geladen. Das Ladegerät schaltet nun die Ladung komplett ab und überwacht die Batteriespannung. Sinkt diese unter dem Leerlaufwert einer vollgeladenen Batterie (12,5V) wird nachgeladen.

Ladeschritt 5: Nun beginnt der Zyklus wieder von vorne. Die Batterie wird analog zu Schritt 1 geladen. Bei einer vollen Batterie, ist dieser Ladevorgang von kurzer Dauer. Durch den zyklischen Ablauf der Ladekennlinie bleibt die Batterie immer optimal geladen und es tritt keine Passivierung der aktiven Masse auf, d.h. die Batterie wird „in Bewegung“ gehalten.